Jede Übersetzung verändert die Textlänge. Wer das beim Satz nicht einplant, bekommt Overset, umbrochene Tabellen und verschobene Marginalien. So bereiten Sie Ihr InDesign-Dokument vor.
Deutsch ist kompakt. Die meisten Zielsprachen brauchen für denselben Inhalt mehr Zeichen, Französisch etwa 15 bis 20 % mehr, Polnisch 20 bis 25 %, Finnisch kann durch Komposita einzelne Zeilen sprengen. Umgekehrt schrumpfen Chinesisch und Japanisch auf 60 bis 80 % des Originals.
In InDesign heißt das: Ein Textrahmen, der auf Deutsch exakt passt, läuft in der Zielsprache über, Overset. Das rote Pluszeichen am Rahmen ist der häufigste Nacharbeits-Fall bei übersetzten Dokumenten.
Reservieren Sie in Textrahmen 25 bis 30 % Reserve, wenn das Dokument übersetzt werden soll. Bei Tabellen: lieber eine Zeile mehr als eine zu wenig.
Verkettete Textrahmen lassen Text weiterfließen, statt ihn abzuschneiden. Insel-Rahmen (z. B. in Infokästen) sind die häufigste Overset-Quelle.
Harte Leerzeilen und manuelle Umbrüche verhalten sich in der Zielsprache unvorhersehbar. Sauber definierte Absatzformate überleben jede Übersetzung.
Prüfen Sie jede Sprachversion in InDesign auf Overset, bevor sie in den Druck geht, mit Bearbeiten → Suchen/Ändern oder dem Preflight-Panel. Das bleibt auch mit KI-Übersetzung Ihr Job: Kein seriöser Anbieter kann „druckfertig ohne Kontrolle“ versprechen.